Dienstag, 23. September 2014

Neues aus Athen

So, ich bin jetzt schon gut eineinhalb Wochen hier- es kommt mir vor wie ein Monat- und ich habe schon sooo viele neue Eindrücke sammeln können,ich weiß gar nict wohin mit allem in meinem Kopf..
Ich bin abends so fertig, dass ich es sogar ohne Oropax schaffe, in 5 Minuten einzuschlafen, wenn Maya drüben skypt und noch das Licht an ist- sehr ungewöhnlich für mich... :D Aber kein Wunder bei dem, was hier so passiert...
Letzen Samstag sind wir in unsere entgültigen Bleiben umgezogen. Während die anderen in den Räumen der Gemeinde geblieben sind, habe ich mich mit Maya und Alina (mehr oder weniger freiwillig) zu der Imitouwohnung aufgemacht. Diese liegt angeblich eine halbe Stunde Fußmarsch von der Gemeinde entfernt in Pagrati- wir haben bis jetzt minimal ne Stunde gebraucht... Die Wohnung ist dafür echt sehr schön! Wir haben jeder ein Zimmer, Bad und Küche. Die Küche hat neben den üblichen Dingen wie Herd,Kühlschrank usw. sogar eine kleine Spülmaschine! Definitiv das Highlight der Wohnung ;) Das Bad ist ganz okey, benötigt aber noch etwas handwerkliche Zuwendung: Die Klospülung geht noch nicht, das heißt wir spülen mit nem Eimer Wasser. Auch die Sache mit dem Boiler ist etwas gewöhnungsbedürftig und ich hoffe dass ich nach drei kalten Duschen heute auch endlich mal Warmwasser abbekomme :D Die Zimmer sind sehr farbenfroh in knalligen Farben gestrichen: Meins ist knallgrün mit dunkellila :) Ich habe ein Bett, einen Kommodenschrank und zwei Stühle, ein Tisch folgt hoffentlich noch in nächster Zeit... Gestern habe ich mich mit Alina im Jumbo (das ist so ein Billigladen in dem es fast alles zum einrichten gibt) ausgetobt und mein Zimmer etwas persönlicher gestaltet. ;) Die Wohnung liegt übrigens auch gut: Auf der Parallelstraße ist eine Einkaufsstraße, auf der es fast alles zu kaufen gibt. Auch einen Lidl haben wir zu unserer Freude in etwa 500 Meter Entfernung, wobei die besagten 500m mit den vollen Einkaufstaschen deutlich länger werden... Immerhin habe ich da meinen Heißgeliebten Kräuterfrischkäse gefunden, und auch einige andere Dinge, die es in den griechischen Märkten nicht gibt. Nur Kräutersalz scheinen die hier nicht zu kennen :( Die Preise sind eig auch ganz okey, meist etwas teurer als in Deutschland, aber es ist machbar. Aber zurück zu unserer Wohnung- wir haben auch noch einen schmalen, aber langen Balkon. Eher für Wäsche als zum Sitzen gedacht, vor allem weil die Sicht wirklich sehr atemberaubend ist: In den etwa 10 Quadratmeter großen Innenhof bzw. da wir im dritten Stock wohnen, gegen die Häuserwände.... Achja und noch ein Highlight: Wir haben einen Aufzug! Die Wohnung liegt übrigens auch deutlich ruhiger, manchmal hört man sogar Vögel! In der Nähe sind einige Grünanlagen und das Viertel ist auch generell schöner. Nicht so eng und sauberer...
In etwa 20 Minuten ist man bei der nächsten Metrostation, mit der wir dann zur Arbeit weiterfahren. Vor der Tür fährt auch noch ein Bus, allerdings wissen wir noch nicht ganz genau, wohin der fährt... Nur das man vom Syntagma hierher fahren kann.. Wie das andersrum ist aber noch nicht, weil die ganzen Einbahnstraßen das etwas kompliziert machen... Eigentlich fährt der auch zur Metro, das wollten wir heut ausprobieren, aber da haben wir mal die griechische Mentalität zu spüren bekommen. Eig fährt der wohl alle 10 Minuten, wir haben also auf dem Rückweg von der Arbeit gewartet, weil wir bei 36°C und mit 6 Liter Sprudel keine Lust hatten zurückzulaufen. Als nach einer halben Stunde noch kein Bus (oder wie das Dingens auch heißt. Hier gibt es zig verschiedene Verkehrsmittel mit jeweils verschiedenen Namen-Metro, Tram, Bus, Bahn, Straßenbahn, S-Bahn usw.) da war, haben wir uns mal angefangen zu wundern. Das die hier nicht nach Plan fahren war ja klar, aber so lange... Dann nach einer dreiviertel Stunde, als wir schon fast gehen wollten, kam er dann mal. Wir steigen ein, der Fahrer steigt erst mal aus. Nach einer viertel Stunde kommt er dann mal gemütlich wieder angeschlendert, steigt ein, lehnt sich da gemütlich hin und hat dann auf das Fragen einer Passagiererin wohl irgendwas gesagt, worauf die Hälfte der Leute ausgestiegen ist. Wir sind dann auch zu Fuß gegangen, was da los war-keine Ahnung, er hat uns jedenfalls nicht mehr überholt in den 20 Minuten. Hoffentlich läuft das nicht immer so...
Aber dafür erleichtert uns der Bus unsere Wohnlage deutlich. Bis zu den anderen in die Gemeinde ist es doch ein ganz schönes Stück und bei der Hitze hier auch ganz schön anstrengend. Den Weg haben wir auch noch nicht so richtig raus, beim ersten Mal haben wir auf beiden Wegen 1 1/2 Stunden gebraucht, beim zweiten Mal eine halbe weniger, aber wie die auf eine halbe Stunde kommen ist mir doch recht schleierhaft... naja, wenn wir erst mal unsere Monatstickets nächste Woche kriegen, ist das Problem dann auch gelöst: Der Bus fährt von unserer Tür bis zum Syntagma und von da aus sind es nur noch etwa 10 Minuten... Eine wirkliche Erleichterung, denn diese langen Fußmärsche mit leichten Orientierungsproblemen, dazu die Hitze, schlauchen doch ganz schön..
Die Seminarwoche haben wir nun auch erfolgreich hinter uns gebracht. Meine Griechischkenntnisse haben sich deutlich verbessert, beschränken sich aber immer noch auf ein paar Vokabeln und die Standartbegrüßungsdialoge alla Wie heißt du, Wo wohnst du usw. Die Schrift geht langsam ganz gut und ansonsten heißt es Learning by doing. Jetzt haben wir nämlich nur noch ein mal die Woche Sprachkurs...
Gestern habe ich dann eine meiner Arbeitsstellen, das Kokkori, kennengelernt. Dort werde ich die erste Woche sein, nächste Woche dann im Altersheim. Danach wird sich entscheiden, in welchem Rhythmus ich arbeiten werde, ich selbst bin mir da auch noch nicht so ganz sicher. Das Kokkori liegt in Glyfada, einen sehr schönen, etwas reicheren Teil von Athen, etwas außerhalb und am Meer! Jedenfalls wurden wir im Kokkori, wohin wir in etwa anderthalb Stunden mit Metro und Bus fahren, sehr freundlich von unserer Betreuerin empfangen, die zum Glück auch gut Englisch spricht. Wir sind übrigens Alina und Ich, Alina arbeitet Vollzeit dort... Ich bin auch ganz froh, dass ich da nicht allein durch muss :D Der erste Tag war schon ziemlich krass, uns wurde das Haus gezeigt, die Bewohner kurz vorgestellt und Fragen beantwortet. Das war alles krass viel, laut und auch etwas befremdlich. Ich hatte etwas das Gefühl vor einer Wand zu stehen, die auch noch dazu lauthals unverständliche Dinge von sich gibt in 20 facher Ausführung. Leider war der erste Tag auch etwas unglücklich, weil viele Arbeiter als erstes erst mal nach den Ehemaligen gefragt haben, ein etwas blödes Gefühl und auch das Gefühl, nicht so willkommen zu sein... Ob das einfach falsch bei uns angekommen ist oder sonst was wissen wir nicht, heute war es jedenfalls anders. Wir haben uns die Workshops angeguckt, die die Bewohner am Vormittag haben und uns somit auch schon mal individuellere Bilder von den Bewohnern machen können. Morgen werden wir uns dann die Nachmittagsschicht ansehen, wer wann arbeitet, wissen wir aber noch nicht... Die Sprache empfinde ich im Moment noch als Barriere, vor allem wenn sie anfangen sich mit uns zu unterhalten, aber ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass sie sich auch dann freuen, wenn man ihnen einfach auf deutsch antwortet :D Der Rest wird sich zeigen, es scheint jedenfalls eine sehr aktive, lebendige Einrichtung zu sein und eine spannende, interessante Arbeitsstelle. Mal sehen wir das Altersheim so ist...
Letzen Freitag, unseren letzten Seminartag, haben wir einen Ausflug zu einer wunderschönen Bucht gemacht und dort den Tag verbracht. Das war mal typisches Bilderbuchgriechenland...



Joa, es gibt eig noch so viel zu erzählen... Ich könnte noch ewig weiterschreiben. Aber der Eintrag ist schon ziemlich lang und ihr habt ja auch nicht ewig Zeit zum lesen :D
Deshalb für heute erst mal schluss...
Liebe Grüße aus dem 36°C heißen, knalligsonnig und dabei zum Teil doch recht windigen Athen :)

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