Montag, 2. März 2015

Bergfest, Putzjob usw.

Hallo alle zusammen, oder wie man hier in Griechenland sagen würde: Jassas, ti kanete (hallo, wie geht´s) :)
Ich melde mich nach einiger Zeit mal wieder, jetzt wo das Internet, unser größtes Sorgenkind, den Weg wieder zu uns ins Haus gefunden hat! Wir waren zuletzt gut einen Monat ohne Internet, was echt ganz schön nervig war! Ich behaupte ja eigentlich, nicht abhängig zu sein, aber so ganz ohne Fernsehen (haben wir ja eh nicht) und Internet ist das Leben doch recht langweilig... Aber noch schlimmer war eig eher, dass wir ohne Internet doch recht abgeschnitten sind! Aber nunja, jetzt haben wir es ja wieder...
Vor zwei Wochen hatten wir Bergfest, das heißt die Hälfte unserer Zeit hier ist jetzt um. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht! Jetzt wandern die Gedanken doch mal voran und es wird mir immer klarer, dass uns da ein sehr schwerer Abschied bevorsteht! Die Tage sind gezählt und auch die restliche Zeit wird wie im Fluge vergehn... Ein komischer Gedanke, dass alles dann vorbei ist... Aber zurück zur Gegenwart! Passend zur Halbzeit hatten wir ein Wochenende Zwischenseminar, wozu unsere Gruppe ins Kloster Penteli gefahren ist. Das ist ein traditionelles Kloster, etwas außerhalb von Athen. Das Wetter war super und die Berge drum herum laden herrlich zum wandern ein - perfekt um ein paar Stunden Erholung und Entspannung zu haben.







Arbeitstechnisch hat sich bei mir in den letzten Wochen etwas geändert: Ich habe im Loida den Platz gewechselt. Nun helfe ich nicht mehr in der Küche, sondern bin unter die Putzfrauen gegangen. Konkret heißt das: Ich habe morgens eine Runde, wo ich die Trinkbrunnen, die Küchenzeilen auf den Fluren, die Stangen, Fahrstühle usw. reinige. Außerdem fege und wische ich nach dem Mittagessen den Speisesaal und dazwischen mache ich das was grad anfällt. Zum Beispiel wird einmal die Woche in den Zimmern Staubgeputzt, oder die Seife und das Toilettenpapier aufgefüllt, Sesselbezüge gewechselt usw. Das schöne ist, dass ich jetzt eher in Kontakt mit den Senioren komme, da ich ja nun in ihren Zimmern arbeite. Mir ist aufgefallen, dass ich Altersheime bis jetzt nur so kenne, wie es nach außen scheint. Dem entsprechend war ich dann doch erst mal etwas befangen, als ich dann die Pflegefälle, Beatmungsgeräte usw. zu Gesicht bekam. Aber daneben gibt es auch richtig nette Leute, auch zwei, die ein paar Brocken Deutsch können. Jedenfalls freue ich mich, jetzt auch mal aus der Küche rauszukommen! Natürlich muss ich mich aber auch an diese Arbeit erst mal gewöhnen, und so ist sie im Moment sehr anstrengend. Auch das Geheimnis, wie sich dieser Putzwagen steuern lässt, geschweige denn, wie man mit diesen Riesenwischmöppen umgeht, will sich mir noch nicht ganz eröffnen, aber das krieg ich noch hin! Ist halt alles wieder ein bisschen wie am Anfang...
Joa, was gibt´s noch zu erzählen? Wir sind einmal nach Vouliagmenis gefahren, einen von Termalquellen beheißtem See, der an einer schönen Bucht liegt. Allerdings hat das Wetter uns dann vor Ort einen Strich durch die Rechnung gemacht...








Das griechische Kino haben wir mal besucht, das unterscheidet sich nicht grad vom deutschen, nur das die Filme auf Englisch sind (und mit griechischen Untertiteln).
Das Bergfest sind wir natürlich auch begangen, ganz Deutsch mit Waffeln backen. Es war gleichzeitig der Abschied einer Erasmusstudentin, die wir auf dem Delphitrip getroffen haben und uns anschließend noch ein paar mal getroffen haben...

So, was ja sonst noch ein großes Thema ist, ist die Krise nach den Wahlen. Auch in den griechischen Medien ist sie sehr präsent, wobei Merkel natürlich immer als Buhmann dargestellt wird. Ansonsten kriegen wir hier eig nichts mit. Es sind sogar, finde ich, weniger Demos und so, als vor der Wahl. Am Tag der Wahl sind wir unabsichtlich in die anfänglichen Feierlichkeiten reingeraten, da wir am Zentrum der Syrizapartei vorbeikamen. Die Stimmung war sehr euphorisch, wobei zu dem Zeitpunkt noch nicht mal klar war, dass sie gewonnen hatten. Das Podium und die Kameras standen schon alle bereit, war sehr interessant mal eine Wahl von der Seite zu sehen! Die Griechen wählen übrigens an dem Ort, wo sie ihren Erstwohnsitz hatten. Mit ein Grund, warum viele nicht zur Wahl gegangen sind. Außerdem wussten viele nicht, wen sie wählen sollten. Die Syriza schien das kleinere Übel zu sein, weshalb der Sieg glaub ich recht positiv aufgefasst wurde. Den immerhin tut sich nun was...
Auch im Wetter tut sich was, im Moment haben wir es sehr frühlingshaft. Das tut echt gut, nach der Kälte in den letzten Wochen! Die Griechen erleben grade einen sehr harten Winter, dass heißt konkret Temperaturen um die Null Grad und sogar 3 mal Schnee! Wäre ja alles kein Problem, wenn die Häuser darauf ausgelegt wären... So frieren die Griechen sich hier ganz schön den Arsch ab. Wir sind es ja einigermaßen gewohnt, aber es war manchmal doch sehr kalt! Nun freuen wir uns auf den Sommer, bzw. jetzt erst mal den Frühling :)
LG aus dem frühlingshaften 15 Grad warmen, sonnigen Athen ;)