Montag, 6. Oktober 2014

Ausflug zur Akropolis

Die Plaka, ein sehr schöner Teil Athens um die Akropolis herum-kleine Gässchen mit alten urigen aber super erhaltenen kleinen Häusern. Leider überrant von Touristen, deshalb ist das das einzige Bild, wo kein fremder Mensch drauf ist... :D




Mann beachte den schlafenden Hund auf den Stein! :D












Als Fazit lässt sich sagen: Es war schon beeindruckend, vor so einem alten Gebäude zu stehen und sich zu überlegen, dass die Leute das vor so langer Zeit gebaut haben... Aber die Aussicht hat die Akropolis selbst deutlich übertroffen!

Samstag, 4. Oktober 2014

Erste Arbeitseindrücke und weiteres

So meine Lieben, es ist mal wieder an der Zeit, Romane zu verfassen :D Nein, das nicht, aber es gibt wie immer viel zu erzählen...
Die letzten beiden Wochen habe ich ja meine Arbeitsstellen richtig kennengelernt. Letzte Woche war ich im Kokkori. Dort wohnen zur Zeit etwa 22 geistig behinderte Frauen, es gibt welche  mit Down-Syndrom, Autisten und einiges mehr (Was die alle genau haben, weiß ich noch nicht so genau...). Sie wohnen halt dort, haben morgens Unterricht in zwei Gruppen, je nachdem wie "hoch oder niedrig sie sind". Die etwas "höhere" Gruppe lernt rechnen, schreiben usw., die "niedrigere" Gruppe bekommt Aufgaben wie Punkte verbinden, Dinge nach Farben sortieren, Puzzel usw. Das System in Griechenland scheint noch nicht soweit mit der Integration zu sein... Uns wurde erzählt, dass die Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken, weil sie denken, dass sie keine guten Schüler werden. Außerdem gibt es auch ein paar Mädchen, denen man die Behinderung kaum anmerkt, und die trotzdem dort sind... Nachmittags machen sie dort wohl viele Ausflüge, gehen viel auch raus, drei mal die Woche zum Sport, also relativ normale Freizeitgestaltung. Alles mit dem Ziel, die Mädchen so selbstständig wie möglich zu machen, damit sie vielleicht irgendwann alleine leben können. So kocht die "höhere" Gruppe auch einmal die Woche selbstständig und hat zum Beispiel auch ein eigenes privates Wohnzimmer. Es scheint so ein bisschen wie eine  große Familie, sie streiten sich, sie vertragen sich wieder, sie lieben sich.
Das Kokkori hat mir eigentlich ganz gut gefallen, es ist ein sehr schönes Haus- sehr hell und freundlich, die Atmosphäre ist angenehm- familiär und persönlich und die Leute dort sind alle echt nett. Unsere Betreuerin hat uns sehr herzlich aufgenommen und auch bei den anderen hatte ich das Gefühl, dass sie sich freuen und dass wir willkommen sind. Was etwas schwierig ist, ist dass unsere Vorgänger scheinbar eine starke Bindung aufgebaut haben und ihnen noch nachgetrauert wird. Ist zwar verständlich, aber für uns doch etwas schwierig damit umzugehen... Auch bei den Bewohnern habe ich nach einer Woche gemerkt, dass man langsam mehr angenommen wird. es gibt eine, die uns seid dem zweiten Tag hinterherläuft und auch mittlerweile anfängt zu nerven. Das geht dann immer so: Miriam?! Ja? Very Good (zeigt dabei auf sich)! Das freut mich! und das dann so alle 2 Minuten. Was ganz witzig ist, ist, dass ich mit einigen problemlos auf deutsch reden kann. Sie freuen sich dann, sagen ne ne ne (also ja ja ja) und texten mich auf griechisch zu. Wahrscheinlich reden wir immer voll aneinander vorbei, aber egal :D Die meisten Mitarbeiter können zum Glück aber Englisch, was das ganze um einiges leichter macht! In der Woche haben wir noch nicht viel gearbeitet, wir sollten alles angucken und reinkommen, nächste Woche geht's dann los. Wahrscheinlich muss ich in die Frühschicht, das heißt um halb 8 muss ich da sein, die Mädchen wecken und fertig machen und dann in der Küche helfen... Das Blöde ist: Halb 8 da sein, heißt etwa viertel nach 6 losfahren, das heißt viertel nach 5 aufstehen... :( Ich hoffe ja ich komme doch noch in die Nachmittagsschicht!! Vor allem, weil ich das auch interessanter finde...
Diese Woche war ich dann im Loida. Dort arbeite ich hauptsächlich in der Küche und in der Wäscherei, was körperlich sehr anstrengend ist, weil man den ganzen Tag steht. Meine Aufgaben sind typische Praktikantenaufgaben: Bügeln, Wäsche zusammenlegen, abwaschen, schnibbeln und was noch so anfällt... Etwas langweilig zum Teil und halt anstrengend- ich hoffe ich darf dann bald auch noch was mit den Bewohnern machen. Die scheinen alle recht nett zu sein. Mit zwei Damen habe ich mich schon auf Englisch unterhalten können, es gibt wohl auch zwei Herren die Deutsch sprechen, aber da weiß ich noch nicht wer das ist... Ich werde auf jeden Fall mal fragen, ob ich nicht auch was mit denen machen kann. Die Kommunikation dort ist etwas problematischer: Die Köchin und die Frau aus der Wäscherei können nur Griechisch... Eine andere Köchin kann zum Glück deutsch, aber die ist nicht immer da... Das meiste läuft mit Händen und Füßen, oder es wird wer zum übersetzen geholt. Dort arbeite ich von 9 bis 5, also schon zu humaneren Zeiten, aber bei anderthalbstunden Weg geht man dann um viertel nach 7 aus dem Haus und kommt um halb 7 wieder-die Tage kann man vergessen :D
In der Wohnung läuft es eig auch super. Wir meistern den Haushalt eig ganz gut und sind stolz auf uns, dass alles gut klappt. Mit dem Geld müssen wir noch etwas aufpassen und nächsten Monat etwas sparsamer sein, aber da fallen dann auch einige Erstanschaffungen weg. Wir verstehen uns meiner Meinung nach super, es gibt halt ab und zu immer mal wieder kleinere Diskussionen und dass man sich nervt und so was, aber alles normal, vor allem wenn man bedenkt, dass wir uns erst seid 3 Wochen kennen... Kommt mir nicht so vor... Was etwas blöd ist, ist, dass wir merken, dass wir im Altbau wohnen. Die Wände sind dünn und nachdem am Anfang die Klospülung kaputt war, ist jetzt unser Wasserhahn in der Dusche kaputt. Wir müssen immer den Haupthahn ausstellen (der iwo hinten im Küchenschrank ist), weil aus dem Hahn das Wasser in Sturzbächen fließt... Das heißt Wäschewaschen und Spülmaschine ist momentan auch eher problematisch, wir hoffen aber dass das bald repariert wird!
Joa, ansonsten merke ich, dass ich ankomme. Der Kopf ist nicht mehr ganz so voll und ich finde Zeit, Details wahrzunehmen, wie zum Beispiel die klassische Musik in den Metrostationen :D ich fange an, ein System hinter dem Chaos hier zu finden, was alles um einiges einfacher macht. Langsam erkenne ich auch die ungeschriebenen Regeln dieser Stadt-zumindest einige :D Und ich merke, dass ich langsam anfange, Athen zu mögen. (Das Landleben ist trotzdem noch tausendmal besser!) Was immer noch manchmal krass ist, ist das Fahren mit den Bussen, Metro und Co. Zum Loida fahre ich immer in den Stoßzeiten, da sind die Busse rappelvoll und die Athener kennen da auch keine Rücksicht, drängeln sich immer noch irgendwie mit rein, also ist schon recht heftig... Meistens warte ich immer den ersten Bus ab, wobei man aufpassen muss, dass bis zum nächsten nicht die nächste Metro ankommt und einen neuen Schwung Leute bringt... Und ich muss sagen, dass ich echt erstaunt bin, wie viele Leute in so einen Bus oder Zug reinpassen :D
Ich habe auch erstaunlich schnell das Fußgängerverhalten der Athener übernommen: rote Ampeln gibt es hier nicht, man geht, wenn grad ne Lücke im Verkehr ist. Wenn grad keine Ampel da ist, geht man dann, wenn grad mal kein Auto an der Stoßstange vom nächsten klebt, also so drei Meter frei sind, das Auto bremst dann schon... :D Den Verkehr empfinde ich trotzdem immer noch als chaotisch. Es gibt zigtausend Staus, ich hab schon oft gedacht, gleich kracht es und es ist nichts passiert. Die Autos halten mitten auf den Kreuzungen, wenn die Ampeln Rot sind, gehalten wird überall wo Platz ist, auch mitten auf der engen Einbahnstraße um schnell eine Packung Zigaretten zu holen-einfach Warnblinklicht an und schnell rausspringen. In Deutschland unvorstellbar...
Gestern waren wir zum Empfang der deutschen Botschaft zum Tag der deutschen Einheit eingeladen. War eine interessante Erfahrung, aber absolut nicht meine Welt. Das Showlaufen der Highsociety halt :D Ein paar Reden, die nur die Hälfte angehört hat, die Nationalhymnen, die keiner mitgesungen hat, dann Buffet und Getränke und das wars auch schon...



Alles sehr edel und oberflächlich...
Danach haben wir ne Stunde auf einen Trolley gewartet-typisch Athener Verlässlichkeit was Verkehrsmittel angeht- dann haben wir aufgegeben und ein Taxi genommen. Die sind hier übrigens recht billig, wir haben jetzt 8 Euro für eine gute halbe Stunde bezahlt... Deshalb gibt es die wahrscheinlich auch so zahlreich in Athen. Egal wo du bist und zu welcher Zeit, es kommt bestimmt alle 5 Minuten mal ein Taxi vorbei...
So, jetzt ist aber genug erzählt! Wir wollen nachher mal los zum Markt und uns mit Obst und Gemüse eindecken... ;)
Liebe Grüße aus dem 20 Grad frischen, bewölkten Athen :)